Kraftzentrum der Thermischen Trenntechnik:
Buss-SMS-Canzler feiert 100-jähriges Jubiläum und blickt optimistisch in die Zukunft

Innovationskraft ist die wichtigste der vielen Kompetenzen, die das Unternehmen auszeichnen. Dieser Wille, nicht bei Vorhandenem und Bekanntem zu verharren, sondern sich stets weiterzuentwickeln oder auch gänzlich neue Wege zu beschreiten erlaubt es, in 2019 dieses große Jubiläum zu feiern.

Innovationskraft ist bei Buss-SMS-Canzler keine Leerformel sondern Teil des Alltags.

Die Ursache liegt bereits im Gründer und im Gründungsjahr. 1919, Deutschland ringt um seine Zukunft nach einem verlorenen ersten Weltkrieg und Richard Samesreuther ein 38-jähriger Kriegsheimkehrer ohne große eigene finanzielle Mittel wagt in dieser schwierigen Zeit trotzdem die Gründung der Samesreuther & Co. OHG in Butzbach - wie wir heute wissen mit großem Erfolg!

Richard Samesreuther

Die Samesreuther & Co. OHG beginnt am 1. April 1919 und wird am 9. April 1919 im Handelsregister des Hessischen Amtsgerichts in Butzbach eingetragen.

Obwohl er auf fremdes Kapital angewiesen war und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gut waren, glaubte er an fachliches Können, Erfindergeist und an die eigene Schaffenskraft sowie die seiner Mitarbeiter. Mit diesen Voraussetzungen und dem nötigen Quäntchen Glück wurden drei überaus schwere Dekaden bis 1949 gemeistert – mit den Einschränkungen der Nachkriegsordnung ab November 1918, zwei Wirtschaftskrisen, zwei Währungsreformen, dem Zerfall der Weimarer Republik, dem „Dritten Reich“ und dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Folgen.

Es folgten sieben weitere Dekaden in einer politisch stabileren und friedlicheren Zeit, in denen sich das Unternehmen nicht nur von seiner Produktpalette her beständig veränderte.

Der Übernahme durch den neuen Mehrheitsgesellschafter – die Müller-Schuss KG in 1964 – folgte die Eingliederung in die neue Unternehmensgruppe Samesreuther Müller Schuss GmbH mit ihren fünf Produktionsstandorten. Später wurde das Unternehmen nacheinander von zwei Schweizer Industriekonzernen übernommen: zunächst durch die Luwa AG in 1972, wodurch die Luwa-SMS GmbH entstand und danach durch die Buss AG in 1983, wodurch die Buss-SMS GmbH entstand. Es folgte in 1998 die Übernahme durch die US-amerikanische UPE Inc. und als letzte Veränderung die Übernahme durch das eigene Management in 2003.

Zusammen mit dem wichtigen Schritt der Übernahme der Thermischen Trenntechnik der Canzler GmbH in 2003 durch die damalige Buss-SMS GmbH erklärt sich dann auch der heutige Unternehmensname Buss-SMS-Canzler GmbH. 
Gleichermaßen erklären sich die Standorte Butzbach als Hauptsitz und Gründungsstandort der Firma Samesreuther, sowie Pratteln und Düren als Zweigniederlassungen und ehemalige Standorte der Firmen Buss und Canzler.

Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass durch die Zusammenführung der Expertise und Erfahrung der drei Firmen Samesreuther Müller Schuss, Buss und Canzler ein Unternehmen mit einem einzigartigen Pool an Referenzanlagen weltweit und einem ebenso einzigartigen Mitarbeiterteam entstanden ist, ein Kraftzentrum der Thermischen Trenntechnik. Dies wird klar wenn man berücksichtigt, dass die drei Ursprungsunternehmen alle ihre Kernkompetenzen in Verfahrenstechnik und anspruchsvollem Apparatebau hatten und das damit verbundene Wissen der Mitarbeiter über die Standorterhaltung gesichert und weiterentwickelt wurde und wird. 
All die verschiedenen Namensbestandteile stehen für bestimmte Abschnitte der Unternehmensgeschichte. Die Gründerfirma hat sich eben nicht nur monolytisch aus sich selbst heraus weiterentwickelt, sondern auch im Austausch mit dem immer wieder neuen unmittelbaren Unternehmensumfeld. War es zunächst ein eigentümergeführtes Unternehmen, wurde es danach Teil einer größeren Unternehmensgruppe aus der weiteren Region, um schließlich bei Schweizer Industriekonzernen zu landen und nach einem Abschnitt mit US-Eigentümern wieder eigentümergeführt zu werden.

Seit seiner Gründung im Jahre 1919 kann das Unternehmen auf eine beeindruckende Reihe von technologischen Meilensteinen zurückblicken, von denen hier nur einige genannt sein sollen:

  • Bis 1921 Aufbau einer Werkstatt für autogene, elektrische und Thermit-Schweißungen, insbesondere für das Schweißen von Kupfer.
  • 1928 werden nach längerer Entwicklung erstmals Voll- oder Halbrohre direkt auf zylindrische Behälter aufgeschweißt, die bis dahin gewohnten gusseisernen Behälter mit eingegossenen Rohrschlangen verschwinden, entsprechende Patente werden erteilt.
  • 1931 folgen weitere Patente für die Erfindung des geschweißten Doppelmantels mit Warzenschweißung. Basis für die Erfindung sind Berstversuche und gemeinsame Untersuchungen mit der TH Karlsruhe.
  • 1949 wird der vertikale zylindrische Dünnschichtverdampfer mit Starrflügelrotor zum Patent angemeldet
  • 1958 wird nach gemeinsamen Entwicklungsarbeiten von Bayer, Samesreuther und Luwa ein Patent für einen vertikalen Dünnschichtverdampfer mit innenliegendem Kondensator für den Betrieb bei hohem Vakuum angemeldet – der Samvac.
  • 1969 werden die ersten horizontalen Dünnschichttrockner nach umfangreichen Entwicklungsarbeiten ausgeliefert. Während der vertikale Dünnschichttrockner nur kurze Verweilzeiten bei hohem Wärmeübergangskoeffizienten bietet, weist der horizontale Dünnschichttrockner deutlich längere Verweilzeiten auf und lässt das Durchfahren von Zähphasen zu.
  • 1970 wird der erste Filmtruder ausgeliefert, damit ist die Dünnschichttechnik auch für hochviskose Medien einsetzbar. Der Filmtruder hat je nach Anwendung individuell gestaltete Rotoren zur Erzeugung des gewünschten Scher- und Fördereffekts bei enger Verweilzeitverteilung und minimaler Temperaturbelastung.
  • 1980 wird der erste horizontale Dünnschichttrockner zur Klärschlammtrocknung geliefert, eine Schwerpunktanwendung des Unternehmens bis zum heutigen Tage.
  • 1985 wird der Filmtruder im Technikum erstmals für die Herstellung der Spinnlösung der neuen Cellulosefaser Lyocell eingesetzt, es entwickelt sich eine Schwerpunktanwendung, die noch heute von großer Bedeutung ist.
  • 1991 wird der größte Kurzwegverdampferauftrag in der gesamten Firmengeschichte nach Malaysia ausgeliefert, 7 Samvac zur Wachsdestillation.
  • In 1998 beginnt die Entwicklung der horizontalen, großvolumigen Zweiwellenapparate, die wir heute als Reacom und Reasil kennen. Die Apparate runden das Programm hin zu längeren Verweilzeiten bei enger Verweilzeitverteilung und guter Selbstreinigung für viskose und feste Produkte ab. Im Lauf der Jahre entsteht eine Reihe von Patenten.
  • 2000 wird der erste induktiv beheizte Dünnschichtverdampfer, ein Kurzwegverdampfer für den Betrieb bis 450°C zur Aufkonzentrierung von Steinkohleteerpech geliefert. Der Einsatz ist so erfolgreich, dass der gleiche Kunde in späteren Jahren zwei weitere komplette Anlagen bestellt.
  • 2006 wird der größte gebaute Reactotherm mit 10.000 l als Reaktor zur Herstellung von Superabsorberpolymeren nach Korea geliefert. Gleichzeitig knüpft das Unternehmen an seine Wurzeln an, für einen holländischen Kunden wird die Kupferauskleidung eines Reaktors mit 3,4 m Durchmesser und 14,5 m Länge erneuert.
  • 2008 werden erstmals zwei horizontale Dünnschichttrockner von je 70 m² Heizfläche auf einem Schiff montiert. Die Trockner sind Teil einer Anlage zur Gewinnung von Öl und Phospholipiden aus Krill.
  • 2009 werden die beiden ersten industriellen Reasil für eine kontinuierliche Polymerisationsreaktion gebaut und ausgeliefert. Ein malaysischer Kunde erteilt den Auftrag zur Lieferung einer kompletten Anlage zur Veresterung und Destillation von Monoglyzeriden.
  • 2010 wird der erste Hyvap beauftragt, ein neu entwickelter horizontaler, einseitig gelagerter Starrflügeldünnschichtverdampfer für die Pharmaindustrie.
  • 2012 wird der erste industrielle CFT-Trockner für die Rückgewinnung von TDI aus dem Produktionsrückstand gegen die etablierte aber technologisch nicht vergleichbare Konkurrenz verkauft. Der Trockner arbeitet mit einem mechanisch erzeugten Wirbelbett und ist in der Lage auch anspruchsvollste Rückstände zu trocknen.
  • 2014 werden die ersten horizontalen Dünnschichttrockner mit einer Heizfläche von 125 m² gebaut; sie gehen nach China zur Klärschlammtrocknung. Die größten Dünnschichtapparate weltweit.
  • In 2018 wird der erste industrielle Devosil, ein Hochviskos-Kurzwegverdampfer, gebaut. Die Entwicklung dieser neuen Technologie begann bereits in 2012.
  • 2019 liefert das Unternehmen den größten Auftrag seiner Geschichte. Für 20,5 Mio. Euro wurden 10 horizontale Dünnschichttrockner und 10 Lineartrockner für eine Klärschlammtrocknungsanlage in Shanghai verkauft.

Diese Aufzählung macht deutlich, wie sich das Unternehmen während der gesamten 100 Jahre kontinuierlich technologisch weiterentwickelt hat, um den in einem stetigen Wandel begriffenen Anforderungen des Marktes und der Kunden unter Nutzung des eigenen Potentials immer aufs Neue gerecht zu werden und Lösungen zu bieten: Bestehendes verbessern und Neues optimal lösen.

So sind über die Jahrzehnte immer wieder zentrale Geschäftsfelder weggebrochen und mussten durch neue ersetzt werden oder es haben sich die Anforderungen grundlegend verändert. Es sei hier beispielhaft an das Aussterben der Dampflokomotiven, das Ende der Kernkraftwerkszeit, die zunehmende Konkurrenz des Chemierohstoffs Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe mit immer neuen Produkten, immer neue und bessere Produktqualitäten, immer größere Produktionskapazitäten und die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit in den Produktionsprozessen erinnert.

Veränderung wird bei Buss-SMS-Canzler als Chance begriffen und nicht als Bedrohung.

Das Unternehmen ist aufgrund seiner großen Anzahl an industriellen Referenzen und der Breite seines Technologieprogramms sowie seines Anwendungsspektrums ein führendes Unternehmen in der Thermischen Trenntechnik weltweit und der Weltmarktführer in der thermischen Aufkonzentrierung schwer handhabbarer Stoffgemische.

Dabei sind die Menschen das zentrale Erfolgsgeheimnis des Unternehmens: rund 250 hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon rund 15 % Meister oder Techniker, rund 55 % mit abgeschlossener Berufsausbildung und rund 30 % mit abgeschlossenem Studium, z.T. mit Promotion.

Viele von ihnen – und darauf sind wir besonders stolz – sind bereits in jungen Jahren in das Unternehmen eingetreten, sei es um eine Berufsausbildung zu absolvieren oder um nach einem abgeschlossenen Studium in das Berufsleben zu starten, und sind geblieben. Genauso ist es regelmäßig der Fall, dass sich junge Kollegen nach Abschluss der Berufsausbildung weiter qualifizieren zum Meister oder Techniker. Diese gewachsene Mitarbeiterbasis bildet das Fundament, auf welchem das Unternehmen fest steht.

Wir sind stolz darauf, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch nach 100 Jahren Firmengeschichte mit dem gleichen Engagement, mit Wissen und Erfahrung stets nach der besten Lösung suchen und sich nie mit der zweitbesten Lösung zufrieden geben, auch wenn der Weg dorthin manches Mal eine Herausforderung darstellt. Ganz so wie auch schon vor 100 Jahren.

Es sei an dieser Stelle der Prüfungsleiter des Wiederholungsaudits zum Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 aus 2017 zitiert: „Ich habe keinen Kunden, der solch anspruchsvolle Projekte bewältigen kann. Sie haben eine motivierte Mannschaft an allen Standorten. Ich habe keine Abweichungen festgestellt. Ich bin sehr zufrieden.“

Buss-SMS-Canzler GmbH

 

 

Diese Website verwendet Cookies, die eine vereinfachte und verbesserte Handhabung unterstützen. Cookies sind kleine Textdateien, die auf dem Gerät, mit dem Sie auf diese Website zugreifen, gespeichert werden. Wenn Sie diese Meldung ignorieren oder schließen und auf dieser Website bleiben ohne die Cookies in Ihren Browser-Einstellungen zu deaktivieren, gehen wir davon aus, dass Sie der Verwendung von Cookies zustimmen. Weitere Informationen über die Verwendung von Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung .