Dünnschichttrockner und Systeme zur Trocknung von Klärschlamm

Unter horizontalen Dünnschichttrocknern versteht man horizontale Apparate für den indirekten Wärmeaustausch, die im Prozessraum mit dünnen, mechanisch intensiv beeinflussten Produktschichten arbeiten (Abb. 1).
Der horizontale Dünnschichttrockner (Abb. 2) besteht aus einem liegenden zylindrischen Körper mit Heizmantel und einem innenliegenden Rotor mit reihenweise angeordneten Rotorblättern. Das feuchte Produkt wird von den Rotorblättern in einer dünnen Schicht auf die Heizwand aufgetragen. Die Schichtdicke ist definiert durch den Abstand zwischen der Aussenkante des Rotorblatts und der Heizwand und liegt typischerweise im Bereich einiger Millimeter. Die starren Rotorblätter berühren die Heizwand nicht, verhindern jedoch eine Verkrustung der Heizfläche. Vor dem Rotorblatt bildet sich eine Bugwelle aus, die in sich sehr stark bewegt ist. Die Verdampfung der flüchtigen Komponente erfolgt permanent aus der dünnen Schicht heraus.
Die Produktaufgabe erfolgt über Pumpen, Schnecken oder andere Förderorgane. Das Produkt kann dickflüssig bis pulverig sein. Das Produkt wird vom Rotor als dünne Schicht entland der beheizten Wand durch den Trockner transportiert (Abb. 2). Mit Hilfe unterschiedlicher Rotorschaufeln wird produktspezifisch die Verweilzeit eingestellt. Hierzu stehen unterschiedliche Umwälz-, Förder- und Reinigungsschaufeln zur Verfügung.
Die entstehenden Dämpfe werden im Gegenstrom zum Produkt zum Dampfaustrittsstutzen geleitet. Dabei werden mitgerissene Feinanteile durch Kontakt mit dem noch feuchten Produkt reagglomeriert. Das Endprodukt (Pulver, Schmelze, usw.) wird über geeignete Schleusen aus dem Trockner ausgetragen.

Abb. 2
Horizontale Dünnschichttrockner werden standardmässig bis zu Heizflächen von 105 m² gebaut. Die Beheizung kann mit Dampf, Warmwasser, Thermalöl oder elektrisch erfolgen.